Edelsteintherapie
Definition
Alternatives Behandlungsverfahren mit Hilfe von Edelsteinen.
Ursprung
Berichte über die Verwendung von Edelsteinen zu Heilzwecken gibt es aus
fast allen antiken Kulturen. Bereits die alten Babylonier und die
Assyrer kannten heilende Tinkturen aus Edelsteinen. Genaue Anleitungen
zur Zubereitung von Edelsteinmedikamenten in Form von Elixieren,
Pulvern, Pasten und kompliziert herzustellenden Oxiden enthält der
altindische Ayurveda. Auch Hildegard v.Bingen (1098 - 1179) befasste
sich eingehend mit Edelsteinen und ihrer Wirkung.
Methode
Die einfachste Form der Edelsteinanwendung ist das Tragen am Körper,
unabhängig von schmerzenden Körperstellen oder bestimmten Hautzonen. In
der Regel benutzt man hierbei ein bis drei Steine. Eingesetzt werden
können diese als Rohsteine, Schmeichelsteine, Donuts, Anhänger oder
Edelsteinketten.
Sehr teure Edelsteine wie Diamant, Rubin, Saphir und Smaragd werden aus
Kostengründen in der Regel als Rohsteine verwendet. Einige andere
Steine sind nur in roher Form im Handel erhältlich. Hierzu gehören z.B.
Azurit, Honigcalcit und Uwarowit. Zur Therapie sind Rohsteine am besten
in einem Lederbeutel um den Hals zu tragen.
Schmeichelsteine sind Steine, die in einer sich drehenden und mit
Schleifpulver versetzten Trommel abgerundet und poliert wurden. Sie
werden daher auch als Trommelsteine bezeichnet und können entweder in
der Hosentasche oder - wie Rohsteine - in einem Lederbeutel um den Hals
getragen werden.
Die in letzter Zeit immer mehr in Mode gekommenen Donuts sind
Steinscheiben mit einem Loch in der Mitte, die an einem langen
Lederband um den Hals getragen werden und deshalb problemlos an - und
abgelegt werden können.
Beurteilung
Die heutige Edelsteintherapie ist ein Konglomerat aus Überlieferungen,
die teilweise sehr unkritisch übernommen und kaum auf ihren
Wahrheitsgehalt überprüft wurden, medialen Durchgaben, deren Inhalte
nicht immer nachvollziehbar sind, da sie sich oft auf angebliche
Anwendungen zur Zeit von Atlantis beziehen, sowie Zuordnungen zu
Planeten und Chakren, aus denen spezielle Heilkräfte und spirituelle
Wirkungen der Steine abgeleitet werden. Daneben gibt es Beobachtungen
erfahrener Praktiker, die derzeit die einzige verlässliche Quelle zu
sein scheinen.
Die Edelstein-Medizin entstammt dem magisch-okkulten Bereich. Sie
entbehrt jeder rationalen Grundlage. Die Edelstein-Medizin wird von der
Schulmedizin abgelehnt.
Literatur
- Dietmar Krämer, Esoterische Therapien 1, Ansata-Verlag
- Stiftung Warentest, Die andere Medizin - Nutzen und Risiken sanfter Heilmethoden (1991)